Drehorgelmusik vom Feinsten


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Geschichte und Technik

Mechanische Musik

Lieber Besucher meiner Homepage

Die Drehorgel ist ein mechanisches Musikinstrument. Alle mechanischen Musikinstrumente benötigen immer eine Steuerung und eine Vorrichtung - Datenträger - welche(r) die notwendigen Steuerbefehle enthält. Gerne stelle ich Ihnen die drei Drehorgelsteuerungen in ihren wesentlichen Teilen vor. Ich hoffe, dass ich damit einen kleinen Beitrag leisten kann, welcher zu einem besseren Verständnis der Mechanischen Musik und speziell zu der Funktionsweise der Drehorgel und deren Steuerung beiträgt.

Mit diesem Report erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, er stellt lediglich eine Auswahl von Informationen dar. Dieser Report ist mein geistiges Eigentum. Er darf ohne Anfrage weder kopiert noch anderweitig verwendet werden.

Informationen zur Geschichte habe ich in diversen Fachbüchern u. a. - Der Leierkasten, ein Wahrzeichen Berlins - und bei Wikipedia gefunden und entnommen.

Geschichte und Ursprung der mechanischen Musik. Wie alt ist die Orgel, wie alt ist die mechanische Musik?
Zur allgemeinen Geschichte der Orgel - insbesondere ihrer Erfindung - gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Die Uranfänge der Orgel gehen wahrscheinlich auf die Panflöte altgriechischer Hirten zurück. Wann aus der Panflöte ein Instrument mit Pfeifen- und Windwerk wurde, bei dem die Pfeifen durch Ventile gesteuert wurden, ist unbekannt.

Erstmalig wird über eine Orgel um 200 vor Christus berichtet, die Ktesibios in Alexandrien gebaut haben soll.
Bei diesem Instrument wurde der Winddruck durch das Gewicht von lastendem Wasser erzeugt. Die Tasten zum Auslösen der Ventile für die Flöten waren so groß, dass man sie mit Fäusten schlagen musste.
So hat Heron von Alexandrien bereits etwa um 100 nach Christus ein selbstspielendes Werk mit einer Trompete und zwitschernder Vögel geschaffen, bei dem Wasserdampf als Antrieb diente.

Wer sind Ktesibios von Alexandria und Heron von Alexandria

Ktesibios aus Alexandria (Ägypten), griechischer Ingenieur, Techniker, Erfinder, der in der ersten Hälfte des 3. Jahrhundert v. Chr. lebte. Ktesibios wirkte unter Ptolemaios I. und Ptolemaios II. im alexandrinischen Museion. Er gilt als einer der ersten Techniker überhaupt. Sein Schüler war vermutlich Philon von Byzanz. Seine Konstruktionen sind Heron von Alexandria sowie Vitruv bekannt.
Als wichtigste Erfindungen gelten: Die Wasserorgel nach der Beschreibung des Heron von Alexandria.
Wasserorgel
Bei der Wasserorgel des Ktesibios (organon hydraulikon) wurde wie bei der Druckpumpe Luft komprimiert um Töne zu erzeugen. Diese Erfindung fand insbesondere im antiken Rom häufige Verbreitung. Ktesibios soll im Barbiergeschäft seines Vaters einen höhenverstellbaren Spiegel installiert haben und dabei die Körperlichkeit und Arbeitsfähigkeit der Luft entdeckt haben
Wasseruhr mit Zahnradgetriebe
Über einen Wasserzulauf in ein geschlossenes Gefäß, wurde auf einem Korkschwimmer befestigten Zeiger (senkrechte Stundenskala), die Zeit gemessen. Durch Zahnräder an Zahnstangen wurden gleichfalls Figuren gedreht. Eine andere Version bewegte über Zahnräder auf einem drehbaren Zylinder die für jede Tageszeit berechnete Stundenanzeige. Ein Nachbau befindet sich heute im Deutschen Museum in München.
Federkatapult (Luftspanner
In (zwei) Bronzezylindern wurde Luft komprimiert und damit Bronzeblattfedern vorgespannt. Beim Öffnen der Ventile wurde durch die Entspannung der Blattfedern über einen Hebel, Gegenstände wie z.B. Steine weggeschleudert.
Feuerspritze (Saug- und Druckpumpe)
Die wichtigste Erfindung des Ktesibios stellte die kombinierte Saug- und Druckpumpe dar, die später mit angebrachtem Schlauch zum Feuerlöschen verwendet wurde.

Heron von Alexandria (Mechanicus) war ein antiker Mathematiker und Ingenieur.Seine Lebensdaten lassen sich nur ungenau angeben; er muss nach Archimedes, aber vor Pappos gelebt haben, d.h. etwa zwischen 200 v. Chr. und 300 n. Chr. Einige Indizien in seinen Werken sprechen für das 1. Jahrhundert n. Chr., vor allem die Erwähnung der Mondfinsternis vom 12. März 62 - es ist sehr wahrscheinlich, dass Heron sie selbst erlebt hat. Herons Werke sind teilweise nur fragmentarisch überliefert. Sie beschäftigen sich unter anderem mit mathematischen, optischen und mechanischen Themen. Bekannt sind vor allem seine Ausführungen zu automatischen, teilweise sogar schon programmierbaren Geräten und der Ausnutzung von Wasser und Luft als treibende Kraft, hier insbesondere die Erfindung der Aeolipile oder auch Heronsball. Außerdem sind das Heron-Verfahren zum Berechnen der Quadratwurzel sowie die Heronsche Formel bekannt, die es erlaubt, den Flächeninhalt eines Dreiecks nur mit Kenntnis der drei Seiten zu berechnen, ohne Winkel oder andere Teile des Dreiecks zu kennen. In einem der zahlreichen Bücher mit Namen "Metrika" liefert der Gelehrte den Beweis der später nach ihm benannten Heronschen Formel. In der "Dioptra" erklärt der geniale Erfinder die Anfertigung und Benutzung seiner erstaunlichen Kreationen. Als Automat Nr. 73 sind automatische Tempeltüren beschrieben, die sich wie von Geisterhand öffnen. Neben Musikmaschinen entwickelte der Daniel Düsentrieb der Antike sogar automatische Theater mit sensationellen Spezialeffekten.
Zu seinen Erfindungen zählt auch z.B. die in seinem Werk "Pneumatika" beschriebene Konstruktion eines Weihwasserautomaten. Dabei lag eine Holzscheibe auf der Wasseroberfläche des Weihwassers. Sobald eine Münze eingeworfen wurde, drückte deren Gewicht das geweihte Nass durch ein Metallrohr nach oben, das vom Gläubigen in Empfang genommen werden konnte. Dieses entspricht dem Prinzip des nach ihm benannten Aeolipile.
Sein Forschergeist widmete sich auch der Entwicklung von Kriegstechnologie. Heron von Alexandria gilt als der Erfinder des Maschinengewehrs. Für ein Wissenschaftlerteam stellt sich die Frage, warum die Nutzbarmachung der Dampfmaschine und anderer funktioneller Errungenschaften im antiken Alexandria nicht zu einer ähnlichen maschinellen Entwicklung wie in der Neuzeit führten.

Wie kam diese Technik in unseren Kulturraum?
Über die Römer gelangte dann das Instrument nach Mitteleuropa und wurde im 10. Jahrhundert durch Verwendung eines Blasebalgs wesentlich verbessert. In dieser Zeit wurde die Orgel auch in den kultischen Raum der christlichen Kirche eingeführt. Erst um 1300 begann die eigentliche Entwicklung der Orgel, wie sie heute bekannt ist.Namengebender Vorläufer der Handdrehorgel -im Volksmund Leierkasten genannt -war die Drehleier, mit der Spielmänner bereits im Mittelalter durch die Lande zogen. Die Drehleier hatte im Mittelalter ihren Namen oftmals gewechselt. Im 17. Jahrhundert wurde der Name "Bauern - Lyra" verwendet. Aus dem Wort "Lyra" hat sich das Verb "leiern" herausgebildet und schließlich aus dem Nachfolger der Drehleier - der Drehorgel - das Wort Leierkasten entwickelt. Diese Namengebung wurde sicher einerseits durch die gleichmäßige mechanische Drehung der Kurbel sowie andererseits durch die rechteckige Form des Gehäuses geprägt. Da die Drehorgel zu den Musikautomaten gezählt werden kann ist sie untrennbar mit der Geschichte und Entwicklung dieser Instrumente verbunden.
Natürlich gäbe es noch viel Interessantes zu diesem Thema zu berichten. Anfügen möchte ich noch, dass der erste deutsche Drehorgelbauer Johann Daniel Silbermann, ein Neffe des weltberühmten Kirchenorgelbauers, namentlich erwähnt wurde.

Wer hat nun die Drehorgel erfunden?
Da sind sich Franzosen, Italiener und Deutsche nicht einig. Es dürfte vermutlich der deutsche Jesuitenpater Anastasius Kircher - 1601 - 1680, sein welcher auch als Erfinder der Laterna Magica gilt.

Übrigens steht das älteste spielbare mechanische Instrument von Europa in Salzburg auf der Feste
Hohensalzburg. Es ist ein Hornwerk aus dem Jahr 1502, heisst Salzburger Stier und schreit jede Stunde.
Es hat nichts mit dem gleichnamigenKabarettpreis zu tun.

Drehorgelsteuerungen
Heute kennt man Walzen-, Lochband-, Elektronische- und Kombinationssteuerungen von Lochband und Elektronik. Ohne Ausnahme besitzen alle Drehorgeln austauschbare digitale Speicher. In oder auf diesen Speichern sind alle nötigen Informationen abgespeichert, welche nötig sind damit die entsprechenden Ventile angesteuert und die entsprechenden Pfeifen angeblasen werden können. In allen Drehorgeln mit Pfeifen erfolgt - unabhängig von der Steuerung - die Tonerzeugung physikalisch genau gleich wie in den Kirchenorgeln.

Digital, was ist das?
Wenn man von Digital spricht, dann spricht man immer von zwei Zuständen / zwei Werten. Ein/aus, hoch/tief, oder 0/1. Auf die Walze übertragen heisst das: Stift ja/nein und beim Lochband ein Loch / kein Loch. Es entspricht einer Abfrage von 2 Werten.
In die Computertechnik übertragen, würden Walze und Lochband einem sogenannten ROM entsprechen. ROM steht für Read Only Memory, einem Speicher der nur ausgelesen und nicht wieder beschrieben werden kann. In der elektronischen Drehorgelsteuerung verwendet man für die Speicherung so genannte EPROM. EPROM steht für Eraseble Programable Read Only Memory. Diese Speicher lassen sich auslesen und sie sind lösch- und wieder beschreibbar.


Heron von Alexandria

Wasserorgel nach Ktesibios von Alexandria


Last Update by Bruno Leoni - 31. 8. 2010 | bruno.leoni@bluewin.ch

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