Hauptmenü
Mechanische Musik
Lochbandsteuerung
Mit der Erkenntnis, dass sich mit Luft Steuerungen im Maschinenbau realisieren lassen, wurde um 1930 der Pneumatik auch im Drehorgelbau die Türe geöffnet. Die Drehorgelbauer erkannten den technischen Fortschritt, sie entwickelten für die Drehorgeln die Lochbandsteuerung. Durch diese Technik wurde die Herstellung des Datenspeichers und der Steuerung einfacher und die Speicherkapazität wurde dank dem Lochband wesentlich grösser. Zusätzlich ergab sich eine Gewichtsreduktion der Instrumente durch den Wegfall der zum Teil recht schweren Walzen.
Das Lochband ist ein austauschbarer, digitaler Informationsspeicher.
Warum?
Ein Loch im Band = kurze Druckänderung, kurzer Ton. Eine Lochreihe zu einem Langloch gestanzt = lange / längere Druckänderung, langer / längerer Ton. Kein Loch im Band = keine Druckänderung, kein Ton erklingt. Die erzeugte Luft wird einerseits zur Steuerung der Pneumatikventile und andererseits aber auch zur Tonerzeugung benötigt. Man unterscheidet zwischen offenen und geschlossenen Steuersystemen, welche mit Über- bzw. Unterdruck betrieben werden. Der Aufbau der Steuerung wurde wesentlich einfacher. Die mechanischen Übertrager wurden durch Plastikschläuche ersetzt. Die restliche Mechanik muss mit Präzision gefertigt werden und die Lochstanzung sollte ebenso akkurat erfolgen. Die mechanische Abnutzung ist eher klein, darf aber nicht vernachlässigt werden.
Die Seriefabrikation der Lochbänder erfolgt heute meistens auf gesteuerten Stanzmaschinen. Die Kosten der Lochbänder sind abhängig von den Tonstufen der Drehorgeln d.h. die Notenrollen für 20er Drehorgeln sind günstiger als Notenrollen für 31 er Drehorgeln. Das meist verwendete Rollensystem ist das Raffinsystem welches in den meisten 20er und 31er Drehorgeln verwendet wird. Die Unterschiede der einzelnen Rollensysteme liegen bei den Spulenkörpern und / oder bei der Anordnung der Tonskala.