Drehorgelmusik vom Feinsten


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Walzensteuerung

Mechanische Musik

Walzensteuerung
Wir haben gelernt, dass diese Art der Steuerung sehr alt ist. Walzen- und / oder Kulissensteuerungen waren auch in der Industrie weit verbreitet und wurden in Fertigungs- und Kopiermaschinen eingesetzt. Sämtliche Steuerbefehle werden mit Hebeln rein mechanisch übertragen. Die fertigungstechnische Güte ist ein wichtiger Faktor der Walzensteuerung. Die Stiftwalze ist ein austauschbarer digitaler Informationsspeicher.

Warum?
Ein Stift auf dem Walzenumfang bedeutet, dass der dem Walzenstift zugeordnete Abtaster angehoben, das entsprechend zugeordnete Ventil geöffnet und der anstehende Luftstrom freigegeben wird. Somit wird die dem Abtaster zugeordnete Pfeife angeblasen, ein Ton erklingt.
Kein Stift auf dem Walzenumfang bedeutet: dass der Abtaster nicht angehoben und kein Ventil geöffnet wird. Der Luftstrom steht am geschlossenen Ventil an. Es erfolgt keine Freigabe des Luftstroms. Die Pfeife wird nicht angeblasen, kein Ton erklingt.
Die Ventilsteuerzeiten bzw. Betätigungszeiten werden durch Brücken und Abstandslängen bestimmt. Die Verhältnisse, Ventile offen, zu Ventile geschlossen, sind fest gegeben. Eine volle Walzenrotation entspricht der Liedlänge, wobei der Durchmesser der Walze der bestimmende Faktor der Liedlänge ist. Durch die parallele Bestiftung werden so ca. 6 bis 8 Lieder "geschlagen" und gespeichert. Mit einer axialen Verschiebung der Walze - in einem Raster von ca. 3mm - können die einzelnen Lieder angewählt werden. Wechselt man die Walze aus, steht ein anderes Liederrepertoire zur Verfügung.
Das Beschlagen der Walzen mit Stiften und Brücken ist sehr arbeitsintensiv und zeitaufwändig was sich auch in den Kosten niederschlägt. Die Walzen und die Übertragungselemente sind einer nicht zu unterschätzenden Abnützung unterworfen. Man kann festhalten dass die gesamte erzeugte Luft der Tonerzeugung zur Verfügung steht.



"Eine Machina mit welcher ein Orgel durch Wasser betrieben"

Salomon de Caus 1615

Darstellung einer Stiftwalze die nicht nur Orgelpfeifen zum Klingen bringt, sondern auch Figuren in Bewegung setzt.

nach Athanasius Kircher - Musurgia universalis - Rom 1650


Last Update by Bruno Leoni - 31. 8. 2010 | bruno.leoni@bluewin.ch

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